Einstieg ins M-System – die richtige Gebrauchtkamera

Ich erhalte immer wieder Anfragen von Bloglesern, die sich grundsätzlich für eine gebrauchte Leica M interessieren oder gar den Einstieg ins M-System planen, aber nicht so recht wissen, wie und wo sie beginnen sollen.

Nicht jeder kann (oder will) sich eine fabrikneue Leica-M-Ausrüstung leisten. Neben dem gehobenen Preisniveau sind die Hauptprobleme die Unsicherheit gegenüber dem sagenumwobenen Messsucher und das manuelle Arbeiten.  Viele liebäugeln daher zunächst mit einem gebrauchten Gerät und genau darum soll es hier gehen.

Ich befand mich einst selbst in dieser Situation und habe dabei nicht immer alles richtig gemacht (positiv formuliert), jedoch eine Menge Erfahrung gesammelt, die ich an dieser Stelle gern weitergeben möchte. Daher der obligatorische Hinweis: dieser Text repräsentiert meine eigene Meinung für deren Richtigkeit es keine Gewähr gibt.

Ich habe im Blog natürlich das Problem, keiner einzelnen Person gegenüberzusitzen, auf deren Bedürfnisse ich individuell eingehen kann. Daher gehe ich bei meiner folgenden „Beratung“ von jemandem aus, der möglichst viele fotografische Bereiche abdecken möchte. Dieser jemand ist in der Fotografie bereits zu Hause, hat einen gewissen technischen Hintergrund und interessiert sich für digitale M-Kameras. Er ist bereit, etwas Geld in die Hand zu nehmen, möchte dafür aber auch eine alltagstaugliche Lösung, die ihm etwas bringt und mit der er sich ausprobieren kann.

Den ersten Tiefschlag möchte ich gleich zu Beginn austeilen und damit mein Fazit ein Stück weit vorwegnehmen: es gibt keinen wirklich preiswerten Einstieg ins M-System. Zwischen 3.000 EUR* und 4.000 EUR* sollte man bereithalten, um sich mit einem kleinen Setup, bestehend aus Kamera und Objektiv, auszustatten – und zwar in einer Art und Weise, dass man damit auch etwas sinnvolles anfangen kann. Diese bereits zitierte „Alltagstauglichkeit“ erachte ich für sehr wichtig, denn was nützt es, wenn man weniger Geld investiert (es ginge in der Tat auch preiswerter), dafür aber dann mit nicht unerheblichen Kompromissen leben muss.

Immer noch interessiert? Dann kann es ja weitergehen.

Die Entscheidung

Die Wenigsten von uns werden die Gelegenheit haben, eine Leica M ausführlich und über einen längeren Zeitraum ausprobieren zu können – was wahrscheinlich die optimalste Grundlage für eine Entscheidung wäre. Geschäfte, die so etwas ermöglichen würden, gibt es eben leider nicht in jeder Stadt und selbst wenn es sie gibt, wird man dort nicht jedem „Dahergelaufenen“ freiwillig eine M in die Hand drücken und sagen: „Viel Spaß damit, bis nächste Woche!“

Es wird also zwangsläufig darauf hinauslaufen, dass man zunächst eine gebrauchte, ältere M möglichst günstig erwirbt, um sich selbst ein Bild machen zu können. Das ist auch durchaus vertretbar, denn die Gebrauchtpreise sind bei Leica – ähnlich wie bei Apple – relativ stabil und so kann es sein, dass man kaum oder nur wenig Geld verliert, wenn man die M bei Nichtgefallen wieder veräußern möchte. Stürzt man sich hingegen gleich auf die Neuware und lässt 12.000 EUR für „the latest and greatest“ beim Leica-Händler, kann es im Verkaufsfall schwieriger werden. Einerseits ist das Gefälle von neu zu gebraucht eher größer als von gebraucht zu gebraucht, andererseits muss man natürlich umso länger nach Käufern suchen, je höher der Verkaufspreis ist – es wird also meist schwieriger sein, sehr neuwertige, hochpreisige Dinge wieder zu veräußern.

Der Gebrauchtkauf

Ist die Entscheidung für einen Gebrauchtkauf gefallen, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten:

1. Man erwirbt die Kamera bei einem Händler – entweder direkt oder über Ebay. Hier hat man in der Regel den Vorteil, ein geprüftes und funktionstüchtiges Gerät ohne versteckte Mängel zu erhalten. Manche Geschäfte geben sogar noch ein Jahr Händlergarantie dazu. Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit Meister Camera (Direktkauf) als auch mit Foto Görlitz (via Ebay) gemacht.

Der Nachteil dieser Methode: die Preise sind meist (über den Daumen gepeilt) ungefähr 20-30% höher als bei Möglichkeit zwei…

2. Möglichkeit zwei erfordert etwas Mut (oder auch Eier). Hier geht es um den Direktkauf von einer privaten Person über Ebay, Ebay-Kleinanzeigen oder Fachforen wie das DSLR-Forum. Gerade letzteren Weg habe ich öfter beschritten und hatte immer ausgesprochenes Glück (außer in einem Fall bei Ebay Kleinanzeigen). Wenn möglich sollte man hier immer eine persönliche Abholung vereinbaren. Versand mit Vorauszahlung würde ich nur im Ausnahmefall, z.B. bei Ebay-Verkäufern mit vielen hervorragenden Bewertungen oder bei bekannten langjährigen Forumsmitgliedern empfehlen. Zu solch einem Kauf gehört auch immer, den potentiellen Verkäufer einmal abzuchecken: gibts die Adresse überhaupt, macht der Account einen seriösen Eindruck, wie gestaltet sich die Kommunikation (ich schreibe die Leute gern vorher unverbindlich an und verwickle sie in ein wenig in Gespräche, z.B. hinterfrage ich den Grund des Verkaufs). Man sollte hier auf seine Menschenkenntnis (soweit vorhanden) vertrauen und immer wenn ein ungesundes Bauchgefühl aufkommt, auf den Handel verzichten.

Grundsätzlich verzichten würde ich auch, wenn der Artikelstandort nicht in Deutschland ist.

Natürlich kann es bei privaten Käufen geschehen, dass man auf (versteckten) Mängeln sitzenbleibt. Mit irgendeiner Form von Kulanz kann man dann – im Gegensatz zum Händler – grundsätzlich nie rechnen.

Ein ganz konkretes Beispiel von mir: ich hatte auf Ebay Kleinanzeigen ein Objektiv erworben, welches defekt war. Der Verkäufer hatte jedoch geglaubt, sein mangelndes Geschick mit dem Messsucher wäre das Problem (und daraufhin seine M-Ausrüstung wieder verkauft). Er war sich also des Mangels nicht bewusst und hatte nun seinerseits wahrscheinlich die Sorge, ich wolle nachträglich den Preis mit zweifelhaften Methoden drücken. Da Leica mir das gute Stück kostenlos reparierte, löste sich die ganze Geschichte dann jedoch auf – es hätte jedoch auch anders ausgehen können. Und da reden wir noch gar nicht von vorsätzlichem Betrug!

Hier muss also jeder selbst entscheiden, welchen Weg er geht und wie risikofreudig er dabei ist. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Gebrauchtware von Leica auch bei höherem Alter meist noch gut in Schuss ist, dass Leica im Fall der Fälle nahezu alles repariert (egal, wie alt) und dabei auch immer wieder recht kulant ist. Daher gehe ich bei Leica das Risiko eines Gebrauchtkaufes von Privatpersonen gelegentlich ein.

Die Kamera

Aber welche Leica M darf es denn nun bitte überhaupt sein? Werfen wir einen schnellen Blick ins WWW, so finden wir eine guterhaltene Leica M8 bereits um 1.500 EUR* ! Hurra, Problem gelöst, schnell auf „Kaufen“ klicken…

Leica M8 / M8.2 ?

An dieser Stelle verweise ich auf meinen Testbericht zur Leica M8. Die M8 ist eine kompromissbehaftete Konstruktion gewesen und sie hat diverse Eigenheiten, die es dem Anfänger schwer machen. Ich würde eine M8 nur in zwei Fällen empfehlen:

a) man weiss genau, was man tut und sucht die M8 aus diversen Gründen gezielt

b) man ist finanziell wirklich am absoluten(!!) Limit

Aber warum fällt mein Urteil so hart aus? Dies hat gleich mehrere Gründe. Rein technisch ist die M8 mittlerweile hoffnungslos veraltet. Das äußert sich in Dingen wie einer wirklich unterirdischen Lowlight-Fähigkeit oder auch in der Tatsache, dass es z.B. keine Ersatzdisplays mehr gibt. Das Gerät kann also im Schadensfall unter Umständen schlicht nicht mehr repariert werden! Dazu kommt, dass das Display wirklich mäßig ist (sehr niedrige Auflösung) und zu Problemen (z.B. braunen Flecken) neigt. Gerade ein Messsucher-Anfänger, der womöglich mit Hilfe des kleinen Bildschirmes beurteilen möchte, ob er die Schärfe optimal erwischt hat, wird hier Schwierigkeiten bekommen. Ein weiteres Problem ist die erhöhte Infrarot-Anfälligkeit des Bildsensors; daher sollte man jedes Objektiv noch zusätzlich mit einem IR-Filter versehen. Auch der Crop-Faktor von ca. 1,3 (die M8 hat keinen Vollformat-Sensor sondern eine Zwischengröße, ähnlich des älteren APS-H-Formates von Canon) sollte nicht vergessen werden. Dies muss kein Problem sein, ich denke aber, dass viele potentielle M-Gebrauchtkäufer gar nicht wirklich auf dem Schirm haben, dass diese M-Generation kein Vollformatgerät ist.

Es gibt aber aus meiner Sicht noch eine ganz andere Einschränkung – und die hat etwas mit der von mir eingangs zitierten Alltagstauglichkeit zu tun. Die M8 hat nämlich, bedingt durch den CCD-Sensor, keinen Live-View. Dies mag vordergründig kein Problem darstellen. Möchte man jedoch hin und wieder mit Weitwinkel-Optiken arbeiten (z.B. für Architektur- oder Landschaftsfotografie) oder gar mit Teleobjektiven, wird es unbequem. Die Leuchtrahmen im Messsucher reichen von 24mm (das entspricht durch den Crop-Faktor ca. 32mm) bis 90mm. Bei kürzeren oder längeren Brennweiten ist entweder schätzen angesagt oder man nutzt zusätzlich zum Messsucher einen externen, teuren optischen Viewfinder – nur für das Ausrichten des Bildes! Man kann damit umgehen, wenn man genau weiß, worauf man sich einlässt und wenn man bestimmte Bereiche der Fotografie eher ausklammert. Wer jedoch ein Gerät für eine breite fotografische Anwendung sucht, wird hier mit Sicherheit nicht glücklich werden.

Mein Empfehlung: Außer man weiß genau, worauf man sich einlässt, sollte man bei der M8 – trotz des verlockenden Preises – nicht zuschlagen.

Hinweis: im Unterschied zur M8 bietet die M8.2 eine andere Belederung (Vulkanit), ein kratzfestes Display aus Saphirglas, einen leicht modifizierten Sucher, einen etwas leiseren Verschluss und diverse kosmetische Anpassungen. Die M8 wurde silber oder schwarz verchromt angeboten, die M8.2 silber verchromt und schwarz lackiert.

Leica M9 / M9P ?

Die M9 feiert derzeit ihren zehnten Geburtstag. Gemessen am Alter ist sie immer noch erstaunlich relevant und beliebt. Sie darf sich rühmen, die wirklich erste echte digitale Messsucherkamera mit Vollformatsensor gewesen zu sein. Zudem war sie damals das mit Abstand kleinste Gerät mit einem solchen Sensor.

Sie liegt preislich zwischen 2.000 EUR* und 3.500 EUR* (meist als M9-P), einige stark gebrauchte Exemplare habe ich bei Ebay auch schon für weniger Geld gesehen, besonders gut erhaltene Stücke oder Sondermodelle auch für deutlich mehr. Als konsequente Weiterentwicklung der M8 war sie nicht mehr auf externe IR-Filter angewiesen und auch das Rauschverhalten war ein klein wenig gutmütiger.

Für Liebhaber des CCD-Sensors, dem man einen ganz eigenen Charakter nachsagt, ist das schlicht und ergreifend die Kamera. Für den Messsucher-Einsteiger ist es aber wichtig zu wissen, dass die M9 auch einige Probleme der M8 erbt, z.B. das aus heutiger Sicht minderwertige Display, die insgesamt immer noch begrenzte Lowlight-Fähigkeit und den auch hier fehlenden Live-View. Die Tatsache, dass die Kamera im Grunde kaum billiger als die deutlich modernere M Typ 240 ist, wiegt ebenfalls schwer.

Meine Empfehlung: Die Gebrauchtpreise der M9(P) sind derzeit so nahe am wesentlich moderneren Nachfolgemodell, dass man den Kauf auch hier nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Es gibt eine einzige Ausnahme: wer absolut der Meinung ist, einen CCD-Sensor haben zu müssen, sollte bei der M9 zugreifen. Wer hingegen gar nicht so richtig weiss, was diesen Sensor von anderen unterscheidet, braucht darüber auch keinen weiteren Gedanken zu verschwenden und sollte sich stattdessen auf die nun folgende M Typ 240 konzentrieren.

Übrigens: die M9-Sensoren leiden unter Korrosion. Leica tauschte die betroffenen Sensoren seinerzeit kostenlos aus. Man sollte beim Gebrauchtkauf daher gut darauf achten, ein Exemplar mit getauschtem Sensor zu erwischen!

Hinweis: im Unterschied zur M9 bietet die M9-P eine andere Belederung (Vulkanit), ein kratzfestes Display aus Saphirglas und eine klassische Leica-Gravur auf der Oberseite. Der rote Punkt auf der Vorderseite fehlt hingegen. Die M9 gibt es in den Varianten schwarz oder stahlgrau (lackiert), die M9-P in schwarz (lackiert) oder silber verchromt.

M / M-P Typ240 ?

Die M240 ist ein „neuzeitiges“ Modell mit einem recht guten Display, auf dem man rasch beurteilen kann, ob das Motiv ordentlich scharfgestellt wurde. Sie besitzt einen CMOS-Sensor und kann daher mit Live-View dienen – das macht sie uneingeschränkt nutzbar für sehr kurze oder sehr lange Brennweiten. Besser noch, es gibt sogar einen optionalen elektronischen Viewfinder dazu!

Daher ist man mit dieser M-Version für alle fotografischen Eventualitäten gerüstet – die Alltagstauglichkeit ist hier definitiv gegeben.

Da man nicht mehr nur auf den Messsucher angewiesen ist, um scharfzustellen, ergeben sich noch andere Vorteile. Man kann zum Beispiel auch manuelle Drittobjektive ohne Messsucher-Kopplung verwenden – den passenden Adapter natürlich vorausgesetzt.

Ebenfalls wichtig: die Lowlight-Fähigkeit der M240 ist zwar nicht mehr up to date, aber dennoch absolut in Ordnung. Bis ISO3200 kann man das Gerät durchaus verwenden.

Die M Typ240 ist gewissermaßen die flexibelste aller M´s, sogar Video ist mit an Bord. Ich habe sie seinerzeit gern und intensiv genutzt, mein Testbericht kann hier nachgelesen werden.

Gut erhaltene Exemplare gehen beim Händler um 3.000 EUR* über den Tisch, auf Ebay oder im DSLR-Forum kann man auch schon ab 2.700 EUR* fündig werden. Je nach Zustand und Modell (Sonderserien) sind natürlich nach oben keine Grenzen gesetzt. Die leicht aufgewertete M-P Typ240 ordnet sich bei ca. 3.500 EUR* ein, bietet aber aus meiner Sicht keinen wesentlichen Mehrwert.

Meine Empfehlung: Die M Typ240 ist meiner Meinung nach die perfekte Einstiegs-Messsucher-Kamera, da sie ungeheuer flexibel ist und man ihr die ganzen kleinen Problemchen und Suboptimalitäten der Vorgänger ausgetrieben hat. Da sie gebraucht kaum teurer als eine M9 ist, sehe ich sie zudem als Preis-Leistungs-Siegerin. Der in einer digitalen M erstmals realisierte Live-View (mit Fokus-Peaking) und die Möglichkeit, einen digitalen Viewfinder optional zu nutzen, erweitern das Einsatzspektrum auch in Richtung Superweitwinkel- oder Teleoptiken und ermöglichen zusätzlich die Adaption von nahezu jedem beliebigen manuellen Glas! Als ich im Jahr 2012 mit dem Messsuchersystem angefangen habe, hätte ich mir ein Gerät wie die M240 zu diesen Gebrauchtpreisen sehnlichst gewünscht!

Hinweis: im Unterschied zur M Typ240 bietet die M-P Typ240 ein kratzfestes Display aus Saphirglas, einen Bildfeldwähler, die doppelte Menge an Arbeitsspeicher und eine klassische Leica-Gravur auf der Oberseite. Der rote Punkt auf der Vorderseite fehlt hingegen. Beide Modelle werden schwarz lackiert oder silbern verchromt angeboten.

M Typ262 ?

Die M240 war recht lange und erfolgreich am Markt, daher existieren von ihr einige Derivate. Eines davon ist die M Typ 262, die etwas später folgte. Sie ähnelt gewissermaßen der M9. So bietet sie zwar den neuen CMOS-Sensor, verzichtet jedoch auf Live-View oder Video und ist damit – wie die M9 – eher für Puristen geeignet. Sie liegt preislich derzeit etwa zwischen 3000 EUR* (Ebay) und 4000 EUR* (Fachhändler), ist also etwas teurer als das Standardmodell.

Meine Empfehlung: Wer sich nicht zu eintausend Prozent sicher ist, dass er die fehlenden Funktionen nicht vermissen wird, sollte sich hier zurückhalten. Hinsichtlich des fehlenden Live-Views verweise ich auf meine Empfehlungen zur M8/M9 weiter oben.

M-E Typ240 ?

Die Leica M-E Typ 240 ist einer der jüngsten Abkömmlinge der 240er-Familie. Die Kamera ist etwas schwierig zu klassifizieren. Sie erschien auf dem Höhepunkt der Leica M10(P) und sollte wohl eine Art “Einsteiger”-M darstellen. Sie hat exakt die gleiche Ausstattung wie eine M Typ 240 – also auch Liveview und Video, wurde jedoch als “Auslaufmodell” günstiger angeboten. Trotzdem war die Auflage begrenzt und das gute Stück ist nur in Anthrazitgrau erhältlich – sie ist also gleichzeitig auch eine Art limitiertes Sondermodell. Wenn man eine ergattern kann – auf Grund der begrenzten Produktionsmenge derzeit eher schwierig – wird sie um 4.000 EUR* Neupreis(!) gehandelt. Private Verkäufe dieser Kamera sind mir bisher nicht untergekommen. Wer unbedingt eine fabrikneue M möchte und dafür etwas mehr investieren kann, sollte hier zuschlagen. Allerdings bitte ich zu beachten: ab ca. 4.500 EUR* kann man eine gut erhaltene gebrauchte M10 (Privatverkauf) ergattern!

Meine Empfehlung: Wer gebrauchte Dinge hasst und unbedingt etwas Neues in den Händen halten möchte, kann versuchen, eine M-E Typ240 zu erwischen, muss hier allerdings um 4.000 EUR* investieren (so er eine findet) und kommt damit schon verdammt nahe an eine gebrauchte M10 heran.

M10 / M10P ?

Obwohl die M10 eine wunderbare, technisch hervorragende Messsucherkamera ist, die sich meiner Meinung nach auf der Höhe der Zeit befindet, klammere ich sie hier aus. Die M10 liegt preislich zwischen 4.800 EUR* und 6.500 EUR* (als M10P), wenn man sehr viel Glück hat, kann man auch mal eine gebrauchte für 4.500 EUR* schießen. Damit hält sie ungefähr 2.000 EUR* Abstand zu einer gebrauchten M Typ240 und fällt für mich preislich nach oben heraus. Zur Erinnerung: es ging darum, in das Messsuchersystem „hineinzuschnuppern“. Eine M10 ohne Objektiv ist im Zweifel immer noch teurer, als das wirklich gute Allround-Gerät M Typ240 mit Objektiv und somit – bezogen auf das Thema dieses Artikels – keine echte Option.

Und sonst?

Weitere teure Sonder-Editionen lasse ich hier absichtlich weg, da es ja um bezahlbare Geräte für Messsucher-Einsteiger geht. Zwei dieser „Sonderlinge“ möchte ich aber im Folgenden dennoch kurz streifen.

Die M-D Typ240 ohne Display ist für den Einsteiger sicherlich nur bedingt geeignet. Das sage ich aus eigener Erfahrung, da ich es anfangs als äußerst hilfreich empfand, die Schärfeeinstellung immer sofort kontrollieren zu können. Das half mir sozusagen beim Üben. Auch darüber hinaus kann ich mich mit dem Konzept einer digitalen Kamera ohne Display nicht so recht anfreunden, ich habe mich bereits in diesem Bericht dazu geäußert. Und falls hier einer denkt, eine Leica M ohne Display wäre günstiger… Irrtum. Das Gegenteil ist der Fall.

Die M Monochrome (reine Schwarz-Weiss-Kamera) ist etwas für Profis oder  ambitionierte Amateure. Sowohl das Fotografieren als auch die Nachbearbeitung erfordern eine gewisse alternative Herangehensweise, hier muss man wirklich genau wissen, was man tut und warum man es tut. Um in die Messsucherwelt „reinzuschnuppern“, ist sie daher nur sehr bedingt geeignet; auch auf Grund ihres hohen Gebrauchtpreises.

Die halbe Miete…

Die beste Kamera nützt ohne Objektiv nur wenig. Darüber, dass man sogar eine aktuelle Leica-Optik (gebraucht) für eine vertretbare Geldsumme bekommen kann, spreche ich im nächsten Artikel. Fortsetzung folgt.

 

* die hier genannten Preise beziehen sich auf den Zeitraum um 09/2019