Ein Leben ohne Leica M ist möglich – aber sinnlos

Es war im Oktober 2016 als ich die Leica M aufgab. Die Gründe dafür (hier nachzulesen) haben sich natürlich zwischenzeitlich nicht in Luft aufgelöst. Trotzdem bin ich nun wieder zurück in der M-Welt. Ich konnte nicht anders, das Fotografieren machte mir einfach keinen Spaß ohne dieses ikonische kleine Gerät, das ganz offenbar mehr als die Summer seiner Teile ist. Dieser Artikel ist der Versuch, mich selbst und meine Fixierung auf die M irgendwie einzuordnen.

1977 – 2012

Ich muss gestehen, dass ich Leica früher schlicht und ergreifend nicht kannte. Es gab die geheimnisvolle Marke Hasselblad, über die man nur ehrfurchtsvoll flüsternd sprach. Kameras dieses Herstellers waren mit der NASA auf dem Mond gewesen oder wurden von so mystischen Personen wie Gerichtsmedizinern benutzt. In diesem Zusammenhang fiel natürlich gelegentlich der Begriff Mittelformat, der in einer Zeit, wo schon Vollformat als unglaublich teuer und professionell galt, unfassbar wichtig klang. Mit dem Namen „Laika“ dagegen verband ich maximal die arme Hündin, die 1957 als erstes Lebewesen in eine Umlaufbahn um die Erde geschossen wurde.

Bei uns im Osten gab es natürlich Zeiss (Jena) als große optische Institution, darüberhinaus kannte man die fernen, unerreichbaren japanischen Marken, die als ungeheuer fortschrittlich und futuristisch galten.

Irgendwann um 2012 – ich hatte gerade meine erste Vollformat-DSLR erworben – stolperte ich über ein furchtbares und typisch amerikanisches Pamphlet von Ken Rockwell (den ich damals noch nicht kannte), der Titel lautete: “Die beste Digitalkamera der Welt”.

Lassen wir mal das ganze Gewäsch beiseite, blieb trotzdem noch genug hängen, was mich faszinierte. Es gab also eine Kamera, die eigentlich wie früher funktionierte. Keine blöden Endlosdrehräder und Displays, die man nur im eingeschalteten Zustand ablesen konnte, sondern echte, mechanische Bedienelemente – nur halt mit Bildsensor statt Film. Dafür klein, leicht, unauffällig und extrem simpel. Ich war damals großer Apple-Fan und das war die Zeit, wo Apples Produkte tatsächlich noch einfach und angenehm minimalistisch waren. Von dieser Philosophie ware meine DSLR natürlich meilenweit entfernt.

“Perfection is achieved not when there is nothing more to add, but when there is nothing left to take away.” (nach Antoine de Saint Exupéry)

Ich recherchierte also weiter, stieß natürlich gleich zu Beginn auf solche Koryphäen wie Steve Huff (nebenberuflich Geisterjäger) oder Thorsten van Overgard (nebenberuflich Kaltaquisiteur bei Scientology), lernte aber auch unheimlich viel über den bewegten geschichtlichen Hintergrund der Firma Leica – und war erstmal erstaunt, wieviel ich nicht wußte. Immerhin reden wir hier über den Erfinder der Kleinbildkamera und über ein nicht unerhebliches Stück deutscher Kulturhistorie. Ich fand tonnenweise Bilder aus Schul- und Geschichtsbüchern wieder – alle angefertigt mit einer Leica M. Ich entdeckte, wie oft das ikonische Design der M in der (Pop)kultur referenziert wird. Bis heute finden wir die stilisierten Abbilder des Gerätes überall, z.B. auf diversen Schildern oder sogar in aktuellen Computerspielen (Life is strange – Episode 1 – die Vitrine im Klassenzimmer).


Übrigens: meine erste Kamera, eine Beirette SL100, sah zwar wie ein Rangefinder aus, war aber natürlich keiner. (Quelle: Flickr)

Aber beim Thema Leica geht es ja nicht nur um die M, sondern auch um Optik, insbesondere die legendären M-Objektive. Ich lernte also auch etwas über Summiluxe, Summicrone oder über das legendäre Noctilux. Das ganze Feld der Leica-Objektive ist eine Wissenschaft für sich und in diesem Zusammenhang möchte ich gern auf die hochinteressante Talkrunde bei Paddy verweisen, mittlerweile bestehend aus zwei Folgen (über 50mm und 35mm).

Durch mein allgemeines Interesse an Elektronik, Design, Feinmechanik und meinen großen Respekt vor Handwerkskunst fiel der ganze Themenkomplex bei mir natürlich auf fruchtbaren Boden und brachte meinen persönlichen Hypetrain langsam zum Rollen. Die Leica M hatte sich in meinen Kopf geschlichen und dort blieb sie seitdem auch.

Der Witz dabei: ich akzeptierte das Gerät noch nicht mal als vollwertige Kamera, höchstens als eine Art Äquivalent zu einem Oldtimer oder Kamin – also die Kategorie “schöne, stilvolle Sachen, an denen man sich erfreuen kann, die man aber eigentlich nicht (mehr) braucht”.
Eine richtige Kamera dagegen war natürlich meine Sony A7r (benutzbar auch über ISO2000).

2013

Mein Problem war, dass ich diese verdammte M trotzdem haben wollte. Das Gefühl, mir so ein Teil zum puren Vergnügen nie leisten zu können, befeuerte diesen Wunsch nur noch mehr. Eine gebrauchte(!) M9 kostete damals für mich astronomische 3000 EUR plus Objektive. Ich hätte mit dem Kauf mindestens eine ausgewachsene Ehekrise riskiert.
Nach endlosem Überlegen und schlaflosen Nächten hatte ich schließlich eine Lösung, die ich sogar meiner Frau näherbringen konnte, ohne dabei um mein Leben fürchten zu müssen.
Ich erwarb nämlich eine alte, guterhaltene M8 für immer noch gewaltige 1800 EUR und dazu ein gebrauchtes Voigtländer 35mm F1.4 für 350 EUR (hier der Bericht dazu).

Unglücklicherweise begeisterte mich gleich das erste Bild, dass ich mit dieser Kombination machte, mehr, als alles was ich bisher mit Nikon und Sony hinbekommen hatte. Gefühlt war das der letzte und endgültige Schubser in die Sphären der M-Fotografie.

Ohne Titel

Farbcharakter und Bokeh waren tatsächlich anders (der geneigte Leser möchte selbst darüber urteilen, ob dem so ist – ich sehe bei der M leider alles durch die rosarote Brille) und nach einer kurzen Eingewöhnung kam ich auch gut mit dem Messsucher klar (damals klappte das noch mit meinen Augen). Obwohl die folgenden Bilder mehrheitlich eher durchschnittlich waren und ich auch recht schnell die Probleme der M8 kennenlernte (Banding, unterirdische ISO-Leistung, Infrarotfilter, Crop-Faktor etc.), machte das Fotografieren mit diesem anachronistischen Gerät irgendwie deutlich mehr Spaß. Gerade weil es aufwändiger war und weil sich die Ergebnisse als weniger konsistent und vorhersagbar erwiesen.

Die M8 war eben die erste digitale Messsucherkamera und damit prädestiniert für Kinderkrankheiten, die mich dann doch hin und wieder nervten. Zumal es ja mit der M9 durchaus eine bessere Alternative gab… Es dauerte gar nicht lange, bis ich mir absolut sicher war, die M9 zur Aufrechterhaltung meiner Lebensqualität zu brauchen. Außerdem hatte ich recht schnell herausgefunden, dass meine Frau den Unterschied zwischen M9 und M8 niemals bemerken würde*.

Und seien wir mal ehrlich; wenn man die M8 gut verkauft, fehlt ja nicht mehr viel Geld zur M9…

2014

Die M9 hatte ich ein Jahr und ich benutzte sie gemeinsam mit der Sony A7r. Langzeitbelichtungen und Superweitwinkel waren nach wie vor der japanischen Kamera vorbehalten, gerade für letzteres war Liveview halt unerlässlich und damit konnte die M9 leider nicht aufwarten.

Dann erschien die Leica M240 und ich war geflasht. Die M240 war das perfekte All-in-one-Gerät, alt und neu, Messsucher und Liveview. Das einst Unvorstellbare schien mir nun möglich: ich könnte die M240 als alleinige Kamera nutzen – und zwar uneingeschränkt. Das erschien mir als äußerst erstrebenswert, denn schon damals machte mir die Messsucherfotografie einfach mehr Spaß als das Knipsen mit meinem Sony-Mini-Computer.

Und seien wir mal ehrlich; wenn man die M9 und die A7r gut verkauft, fehlt ja nicht mehr viel Geld zur M240…

2015

Mit der M240 war ich zunächst wirklich glücklich und eigentlich müsste die Geschichte hier zu Ende sein. Wie es aber im Leben immer so ist, kommt noch ein Prise Drama dazwischen…

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich für das Hobby absolut gebrannt. Plötzlich wurde ich von etwas heimgesucht, was man bei einem Schriftsteller “Schreibblockade” nennen würde. Ich war quer durch die Welt der Fotografie getobt, hatte alles, was es gibt, einmal ausprobiert und gesehen und nicht zuletzt besaß ich die für mich ultimative Kamera. Eigentlich wäre der nächste Schritt gewesen, etwas aus der ganzen Sache zu machen, Geld zu verdienen, zumindest einen Nebenjob aufzuziehen, einem Verein beizutreten, eine Ausstellung zu machen, whatever. Stattdessen hatte ich plötzlich keine Lust mehr und leider nahm ich das als gegeben hin und erkannte nicht, dass es eben manchmal im Leben “Phasen” gibt, die auch wieder vorübergehen. Ich hätte meine “Unlust” einfach nur ein paar Monate aussitzen müssen.

Als dann noch die Probleme mit dem Messsucher und meinen Augen dazukamen, war das Maß für mich erstmal voll. Warum die teure M-Ausrüstung, wenn man sie nur eingeschränkt nutzen kann? Kann man nicht auch mit viel preiswerteren Geräten schöne Bilder machen? Braucht man das alles überhaupt? War ich nicht nur einem sinnlosen Hype verfallen? Ich gab damals viel zu schnell auf, verfiel auf die fixe Idee, Autofokus zu brauchen, wollte aber andererseits das Messsucherkonzept mit all seinen Eigenheiten auch nicht missen. Das führte mich nach längerem Hadern automatisch zur Fuji X-Pro2 – der einzigen möglichen Alternative in dieser Hinsicht.

2017

Bei der X-Pro2 geschah nun leider genau das Gegenteil zu meinem ersten Erlebnis mit der M8. Ich kaufte damals das 23mm F1.4 und das 56mm F1.2 dazu und schon beim Auspacken missfielen mir Größe und Gewicht dieser Gläser sehr. Kein Vergleich mit den winzigen Leica-Optiken aber okay; das ist halt der Preis für den Autofokus. Schlimmer war, dass mir die ersten Aufnahmen überhaupt nicht gefielen. Das Bokeh war – verglichen mit Leica – nervös und unruhig, die Farben (insbesondere die Hautfarben) fand ich komisch. Meine Frau runzelte jedenfalls die Stirn, als sie die ersten Portraits zu Gesicht bekam. Enttäuschung machte sich breit.

Ich will nicht sagen, dass Fuji schlecht wäre. Auch mit dieser Ausrüstung sind mir viele schöne Bilder in tollen Urlauben gelungen. Die Sache ist nur die… um Fuji wird überall ein Mega-Hype betrieben, man nimmt kaum Kritik wahr und glaubt man dem Web, sind alle Fuji-Optiken ausnahmslos episch, überragend, wow, zum niederknien…

Ja, natürlich: die Fuji-Objektive zeichnen sich durch ein wirklich überdurchschnittliches Preis-Leistungsverhältnis aus, das kann man nicht anders sagen. Wenn man aber z.B. von einem Summilux-M 50mm Asph FLE kommt, wird man bei Fuji nichts besseres (im Sinne von optisch) finden. Das ist eigentlich auch logisch. Man hätte es sich denken können.

Die X-Pro2 von Fuji. Eine einjährige Affäre mit vielen Bildern – aber trotzdem nicht mein Ding.

Richtig abgeschreckt hat mich aber der hochgelobte X-Trans-Sensor. Der “Wasserfarben-Effekt” fiel mir z.B. sofort auf, bevor ich durch Recherche überhaupt wusste, dass es sowas gibt! Bei dieser Recherche lernte ich auch, dass eigentlich jeder RAW-Konverter (hauptsächlich aber Lightroom) Probleme mit X-Trans-RAWs hat. Spätestens zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir: “Warum hast Du Idiot die M verkauft?!”

2018

Ich war heilfroh, als die Leica CL herauskam und ich das Fuji-Intermezzo beenden konnte – übrigens ist in dieser Phase auf Grund meiner Unzufriedenheit kein einziger Testbericht entstanden. Die CL brachte mich wieder nach Hause. Dynamik und Rauschverhalten waren meiner Meinung nach sogar besser als bei der M240, die Farben ganz klar Leica, die Optiken – durch den Autofokus zwar auch teilweise groß und schwer – offenblendig scharf und mit schönem Bokeh. Ich war glücklich und zufrieden. Fast.

2019

Es dauerte gar nicht lange, da stellte ich fest, dass mir immer noch irgendwas fehlte. Das Fotografieren an sich fühlte sich irgendwie langweilig und ein wenig beliebig an. Die CL ist klein, schnell und zuverlässig, eine Bildmaschine. Knopf drücken, fertig. Ich musste mir eingestehen, dass ich auch nach drei Jahren noch immer auf die M mit all ihren Umständlichkeiten und Besonderheiten schielte. Immer noch tat es mir leid, die M240 mitsamt Optiken damals voreilig verkauft zu haben. Klar hatte ich Probleme mit dem Messsucher gehabt, andererseits: ich fotografiere hauptsächlich Landschaft und Architektur – wie oft steht da die Entfernung auf Unendlich! Und für den Nahbereich kann man schließlich auch den Liveview zu Hilfe nehmen. Im Nachhinein konnte ich nicht mehr nachvollziehen, warum ich in 2016 so ein Drama daraus gemacht hatte.

Dennoch; sollte die Kamera nicht eigentlich sowieso egal sein? Schließlich kommt es ja nur auf die Bilder an und für gute Bilder braucht man nicht unbedingt eine Leica, oder? Auch hier sollte ich wieder etwas über mich lernen…

Für jeden bedeutet das Hobby etwas anderes. Für den einen geht es nur um die Bilder, der nächste gestaltet Fotobücher, wieder ein anderer liebt es, eine möglichst große Hitech-DSLR in der Hand zu halten. Manche schießen ein Leben lang scheußliche Automatik-Bilder mit einer hochprofessionellen Kamera. Manche sammeln Makro-Aufnahmen von Blumen oder Insekten. Manche fertigen wunderbare Timelapses, Tierfotos, Portraits an. Manche nehmen an jedem Fotowettbewerb teil, den sie erwischen können. Ein Kollege von mir fotografiert fast ausschließlich aufwändig zurechtgemachte Models und verbindet das mit ausgiebiger Bearbeitung im Photoshop.

Warum tun Menschen diese Dinge? Weil es ihnen Spaß macht und weil es sie erfüllt. Also fragte ich mich: “Was macht mir eigentlich Spaß, was bedeutet das Hobby speziell für mich?”

Nur das Fotografieren allein ist nicht die Antwort. Das kann heutzutage jeder. Das iPhone (und jedes andere hochwertige Smartphone) macht erschütternd gute Bilder ohne das der „Fotograf“ jemals etwas über Blende und Belichtungszeit lernen muss. Bei vielen Leuten entsteht die Kreativität sogar erst dadurch, dass sie den technischen Krempel nicht mehr zu wissen brauchen sondern sich einfach nur auf das Bild an sich konzentrieren können. Das jeweilige Publikum feiert einen gelungenen Smartphone-Schnappschuss genauso wie ein Bild, das mit Hilfe einer 20.000-EUR-Ausrüstung entstanden ist.

Also nochmal zurück zur Eingangsfrage. Warum brauche ich unbedingt eine M? Wenn ich vollkommen ehrlich sein will, muss ich zugeben, dass ich die M nicht brauche, weil ich damit ein besserer Fotograf wäre. Sondern einfach weil es mir Spaß macht, dieses kleine feinmechanische und optische Wunderwerk (mit all seiner Historie) anzufassen und zu benutzen. Das Gerät an sich macht mir Freude, so wie anderen eine spezielle Uhr, ein Oldtimer, ein Musikinstrument oder ein paar seltene Schuhe Freude machen… diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Da konnte ich bei der Fuji und auch bei der CL lange suchen… mein Hobby müsste sozusagen eigentlich „Leica M“ und nicht „Fotografie“ heissen. Oder einigen wir uns auf „Leica M Lebensgefühl und Fotografie“, denn es ist nicht nur der Fotoapparat allein. Da gehört noch viel mehr dazu, z.B. die unzähligen Varianten und Versionen der M-tauglichen Optiken. Man kann darüber lesen, Videos schauen, fachsimpeln… natürlich auch ausprobieren.

Im Umkehrschluss musste ich aber auch erkennen: mit „normalen“ Fotoapparaten macht mir das alles mittlerweile keinen Spaß mehr. Und für Schnappschüsse nehme ich dann doch am liebsten das iPhone – das ist für den Standardfall nämlich einfach praktischer.

Die M hingegen behalte ich mir für den Genuß vor. Eben so, wie man am Wochenende bei schönem Wetter das gepflegte Cabrio ausfährt. Nur die M allein schafft es, mich zum „Photographieren“ zu animieren und ich bin fast geneigt zu glauben, der Wunsch zum Bilder machen entsteht bei mir mittlerweile allein nur noch daraus, die M benutzen zu wollen.

Was bedeutet das aber nun für die Leute, die auf Grund meiner Berichte und Empfehlungen eine Leica CL und/oder TL-Objektive gekauft haben? Gar nichts, denn meine Beurteilungen und Bewertungen sind ja nach wie vor genau so gültig. Die CL ist in meinen Augen in ihrer Gesamtheit eine der besten APS-C-Kameras die man kaufen kann und das gilt ebenso für die dazugehörigen Optiken.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch eine Lanze für die CL brechen und eine steile These aufstellen:

Die Bildqualität der CL ist kaum unterscheidbar von der Bildqualität einer Leica M10(P). Lediglich wenn man die RAW-Dateien beider Kameras im Photoshop richtig durchknetet, fallen gewisse Unterschiede zugunsten der vollformatigen M10(P) auf.

Ich habe hier zwei Bilder, eins von der CL mit Summilux-TL 1.4/35 Asph und eins von der M10-P mit Summicron-M 2.0/50. Beide sind zu unterschiedlichen Tageszeiten und bei unterschiedlichem Licht gemacht, im Grundsatz sind sie jedoch sehr ähnlich. Ich lade die Leser ein, in den Kommentaren kundzutun, welches Bild von der M und welches von der CL stammt.

Zwei relativ ähnliche Aufnahmen, eine mit CL und Summilux-TL 35mm 1.4, die andere mit M und Summicron-M 50mm 2.0. Wer kann die Bilder zuordnen?

PS: Ich habe die Kommentare generell wieder aktiviert. Der DSGVO zum Trotze. Eine Datenschutzerklärung steht im Menü links oben zur Verfügung. Liest eh keiner.

Auflösung zu den Bildern:

Das obere Bild stammt aus der M10-P mit Summicron-M 2.0/50mm, das untere Bild kommt von der CL mit Summilux-TL 1.4/35mm asph. In der 100%-Ansicht sind sich beide Bilder sehr ähnlich, die M10 produziert mit dem Summicron ein minimal weicheres Bokeh.

 

*) Ich habe meiner Frau später (mit ausreichend zeitlichem Sicherheitsabstand) meine kleine M8-M9-Lüge gebeichtet

12 Gedanken zu „Ein Leben ohne Leica M ist möglich – aber sinnlos“

  1. Hallo Jörg,

    na toll gerade mache ich mir darüber Gedanken warum ich meine M verkauft habe, sie aber eigentlich nicht brauche und mit der Nikon Z6 eigentlich zufrieden bin und dann kommst Du mit diesem Beitrag 😉

    Heute war ich im Leica-Store, um mal zu gucken und nach meinem Urlaub werde ich mal durchrechnen was ich mache. Auch wenn die Z im Prinzip alles besser macht und kann, komme ich nicht los von Leica. Liegt vielleicht auch daran, dass mit vielen Leica-Bildern auch viele Erinnerungen hängen.

    Ich werde nächste Woche mal berichten, ob ich der Leixa erlegen bin oder die Vernunft gesiegt hat.

    Ich denke oben CL und unten M

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    1. Hi Mark,
      ich sags Dir gleich… wenn Du einmal die Leica-M-Krankheit hast, siegt die Vernunft nie!
      Wenn man dann viele Jahre fotografiert hat und eigentlich alles mal gesehen, gemacht und ausprobiert hat, schleicht sich dann auch so eine Art Routine rein. Oder anders formuliert, es wird dann gelegentlich langweilig. Das einzige, was mir dann hilft, ist die M, weil die halt anders ist und weil ich sie gern benutze. Und dann ist es halt auch das Umfeld. Man findet immer was, womit man sich beschäftigen kann. Ich lese dann gern (LFI) oder schaue Youtube zu dem Thema (Paddy) oder beschäftige mich eben mit den tausend Objektiven die es von Leica selbst, von Zeiss oder Voigtländer usw gibt. Das ist alles sehr umfangreich und vielschichtig und jede Optik hat ihre Historie, ihren Charakter und ihre Eigenheiten. Dieses Ökosystem fehlt mir halt woanders. Selbst wenn ich mit der M mal nicht fotografiere, kann ich mir mit dem ganzen Drumherum eben die Zeit vertreiben.
      Außerdem, auch wenn ich mal gar keinen Bock habe, nehm ich die M trotzdem mit und dann gelingt es mir immer wieder, mich zu motivieren, ein Stück aus der Komfort-Zone rauszukommen und vielleicht wenigstens EIN besonderes Bild mit heimzubringen, weil ich mir immer sage: „Mensch, Du glücklicher hast ne M. Mach was draus!“ …
      LG
      Jörg

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  2. Hallo Jörg

    Lange ist es her, dass wir miteinander geschrieben haben. Willkommen wieder in der Leica M Welt. Ich finde es schön, dass Du deiner inneren Stimme, oder besser gesagt, auf dein Bauchgefühl gehört hast. Ich denke auch, dass ein gutes Foto hinter der Kamera/Sucher entsteht, aber die Haptik und die Geschichte dazu geben dem Ganzen trotzdem ein gutes Gefühl und nur um dieses geht es beim Fotografieren. Spass zu haben und wenn du dieses mit der M wieder gefunden hast, dann hast du Lebensqualität. Ich freue mich für Dich und kann es kaum abwarten, deinen nächsten Blogeintrag hier lesen zu dürfen.

    Apropos. Das obige Bild ist mit der CL und das untere von der M

    Lieben Gruss
    Maurizio (Carmine Castelli ist mein Künstlername)

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    1. Hallo Maurizio,
      schön, auch von Dir zu hören! Ein gutes Gefühl, wieder zurück bei der „alten Gang“ zu sein. Jetzt weiss ich auch, was mir gefehlt hat… 🙂
      War heute mit der M und dem Voigtländer 15mm in der Altstadt unterwegs und hab ich so wohl gefühlt wie lange nicht mehr!!
      Das Bilderrätsel löse ich übrigens kommende Woche auf.
      Die nächsten Beiträge sind schon in Arbeit, allerdings schreibe ich immer ewig daran herum bis ich zufrieden bin – daher bitte noch etwas Geduld.
      Liebe Grüße
      Jörg

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  3. Hi Jörg! Ich hatte damals dein M 90 gekauft. Meinen Glückwunsch zur Rückkehr in die „M-Klasse“! Ich habe SL, CL und M10. Und letztere kommt am häufigsten zum Einsatz. Aus den bekannten Gründen. Auch oft mit dem Visoflex, zur genaueren Fokussierung mit den langen Brennweiten (90 und 135) und wegen des GPS. Vielleicht wäre das auch eine Alternative für deine eingeschränkte Sehfähigkeit. Du kannst das 90er bei Bedarf gerne zurück haben 😉. VG Helmut

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    1. Hallo Helmut,
      danke, es ist schön, wieder in der M-Klasse unterwegs zu sein 😉
      Den Visoflex werde ich mir definitiv noch anschaffen, da hast Du völlig Recht. Danke für Dein nettes Angebot mit dem 90er, aber ich will es in Zukunft mal mit dem 75er Summarit probieren. Das 90er war mir manchmal fast ein bissel zu lang, daher das 75er. Freut mich aber, dass Du mein altes Schätzchen in Ehren hälst… 🙂
      VG Jörg

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  4. Lieber Jörg,

    ein wirklich schöner Bericht, jenseits des Mainstreams. Fotografie ist Gefühl und Ästhetik. Wer das nicht versteht, tauscht Datenblätter in Foren aus.
    Übrigens nutze ich selber keine Leica, kann deine Gedanken aber trotzdem nachvollziehen.
    LG

    Johann

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    1. Hallo Johann,
      vielen Dank für Deinen Besuch! Ich habe mich sehr über Deinen Beitrag gefreut und stimme Dir zu 100% zu! Es muss ja auch nicht immer Leica sein. Sicherlich gibt es genauso viele Leute, die ihre Nikon/Canon/Fuji/Sony/etc lieben, oder die mit älteren analogen Geräten arbeiten und vielleicht sogar selbst noch mit viel Herzblut Filme entwickeln. Manchmal sind das vielleicht total alte und verranzte Geräte, mit denen der Nutzer aber eine bestimmte emotionale Verbindung hat. Und genau deswegen arbeitet er damit dann gut und gern, ohne das wirklich objektiv begründen zu können. Gefühlssache halt.
      Ich wünsche ein schönes Wochenende!!
      LG
      Jörg

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